Thomas Mann
Adrian: Ist nicht die verworfenste Schuld die, die die Unendlichkeit am unwiderstehlichsten herausfordert?
Mephisto: Nicht schlecht! Und nun will ich Dir sagen, dass genau Köpfe Deiner Art die Population der Hölle bilden. So abgefeimt, dass sie auf die Spekulation spekulieren. Das müsste schon mit der Hölle zugehen, wenn die nicht des Teufels wären.
(Dr. Faustus Kapitel XXV)
Andrea Benedela
Mephisto ist nicht Handlung, er gehört keiner Szene – er ist Idee. Der ewige Kritiker, Beobachter, Zersetzer. In Thomas Manns Werk wirkt er durch Spiegelbilder: in der Ironie, im Intellekt, in der Überformung des Gefühls. Seine Kraft liegt im Spott, seine Schwäche in der Abwesenheit von Liebe.
Er sieht die Menschen – aber er mag sie nicht.
Und so bleibt er nie ganz Figur, nie ganz Erfindung, sondern eine stille, zersetzende Schwingung im Hintergrund jedes Gedankens, der sich für klüger hält als das Leben selbst.
Lucien Kael
Das Handeln überlässt er anderen. Er will verstehen – und verachten.